TT–DM Redaktion
Die bedeutendsten Tischtennis-Turniere weltweit
Die wichtigsten internationalen Tischtennis-Turniere im Überblick: German Open, WTT Star Contender, World Cup, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.
Veröffentlicht am

Von den German Open in Deutschland bis zu den Olympischen Spielen - Tischtennis hat sich zu einer globalen Sportart mit einem dichten Turnierkalender entwickelt. Die International Table Tennis Federation (ITTF) und World Table Tennis (WTT) organisieren jährlich Dutzende hochkarätiger Wettbewerbe auf allen Kontinenten.
German Open - Deutschlands Vorzeige-Turnier
Die German Open zählen zu den traditionsreichsten Tischtennis-Turnieren in Europa. Seit ihrer Gründung haben sie an wechselnden Standorten stattgefunden, darunter Bremen, Magdeburg und Berlin. Das Turnier zieht regelmäßig die besten Spielerinnen und Spieler der Welt an und bietet deutschen Fans die Möglichkeit, internationale Spitzenklasse hautnah zu erleben.
Mit der Einbindung in die WTT-Serie haben die German Open ihren Status als eines der wichtigsten Events im internationalen Turnierkalender gefestigt. Für deutsche Profispieler wie Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov ist das Heimturnier stets ein besonderes Highlight der Saison.
WTT Champions Series und Star Contender
World Table Tennis hat seit 2021 eine neue Turnierstruktur eingeführt, die den Sport moderner und attraktiver gestalten soll. Die WTT Champions Series bildet dabei die höchste Stufe unterhalb der großen Meisterschaften. Die Events bieten die höchsten Preisgelder und die meisten Weltranglistenpunkte im regulären Turnierbetrieb.
Darunter rangieren die WTT Star Contender Events, die ebenfalls in verschiedenen Ländern ausgetragen werden. Sie dienen als wichtige Plattform für aufstrebende Spielerinnen und Spieler, die sich für die höheren Turnierkategorien qualifizieren möchten. Das System umfasst außerdem WTT Contender Events und WTT Feeder Events als Einstiegsturniere.
World Cup - Einzel und Mannschaft
Der Tischtennis World Cup wird sowohl als Einzel- als auch als Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Ein besonderer Höhepunkt war der LIEBHERR Men's World Cup 2014 in Düsseldorf, der vor begeistertem Publikum stattfand und den Sport in Deutschland weiter populär machte.
Im Einzel-World-Cup treten die besten Spieler und Spielerinnen der Welt in einem kompakten Format gegeneinander an. Der Mannschaftswettbewerb stellt die stärksten Nationen auf die Probe und bietet spannende Teamduelle, bei denen verschiedene Spielstile und Techniken aufeinandertreffen.
Weltmeisterschaften - seit 1926
Die Tischtennis-Weltmeisterschaften sind das prestigeträchtigste Turnier im Tischtennissport. Seit der ersten Austragung 1926 in London haben sie eine bewegte Geschichte hinter sich. Seit 1957 finden sie im jährlichen Wechsel als Einzel-WM und Mannschafts-WM statt.
Die Einzel-WM umfasst Wettbewerbe in den Disziplinen Herreneinzel, Dameneinzel, Herrendoppel, Damendoppel und Mixed. Die Mannschafts-WM stellt dagegen die Nationalteams in den Mittelpunkt. China dominiert die Weltmeisterschaften seit Jahrzehnten, doch europäische Nationen wie Deutschland und Schweden haben wiederholt für Überraschungen gesorgt.
Swaythling Cup und Corbillon Cup - die Team-Trophäen der Mannschafts-WM
Während die Einzel-Titel bei der WM meist im Vordergrund stehen, hat die Mannschafts-Weltmeisterschaft ihre eigenen, traditionsreichen Pokale mit einer bemerkenswerten eigenen Geschichte: den Swaythling Cup bei den Herren und den Corbillon Cup bei den Damen.
Der Swaythling Cup: gestiftet zur ersten WM überhaupt
Der Swaythling Cup wurde bereits 1926 gestiftet, im selben Jahr, in dem in London die erste Tischtennis-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Namensgeberin war Lady Swaythling, die Mutter von Ivor Montagu, dem ersten Präsidenten des Weltverbands ITTF. Der Pokal geht seither an die siegreiche Herren-Mannschaft der Team-Weltmeisterschaft.
In den ersten Jahren dominierte Ungarn den Wettbewerb nahezu nach Belieben und gewann die ersten fünf Austragungen in Folge. Erst 1932 in Prag gelang es der Tschechoslowakei, die ungarische Serie zu durchbrechen und den Cup erstmals selbst zu gewinnen - ein früher Beweis dafür, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse im internationalen Tischtennis verschieben können. In der langfristigen Bilanz hat sich seither vor allem eine Nation an die Spitze gesetzt: China hält mit inzwischen 22 gewonnenen Swaythling Cups den mit weitem Abstand größten Anteil an Titeln in der gesamten Geschichte des Wettbewerbs.
Der Corbillon Cup: die jüngere Schwester-Trophäe
Der Corbillon Cup für die Damen-Mannschaftswertung kam einige Jahre später hinzu. Gestiftet wurde er 1933 von Marcel Corbillon, einem ehemaligen Präsidenten des französischen Tischtennisverbands. Vergeben wurde der Pokal erstmals 1934, im selben Jahr, in dem der Damen-Mannschaftswettbewerb überhaupt erst offiziell in das WM-Programm aufgenommen wurde. Die allererste Siegerin des Corbillon Cups war die deutsche Mannschaft - ein historischer Erfolg, der die frühe Stärke des deutschen Damen-Tischtennis unterstreicht.
Die Geschichte des Original-Pokals selbst ist dabei nicht ganz ohne Dramatik verlaufen: Die ursprüngliche Trophäe ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Der Deutsche Tischtennis-Bund ließ daraufhin 1949 eine originalgetreue Nachbildung anfertigen, die seither bei jeder Mannschafts-WM erneut vergeben wird. Auch beim Corbillon Cup führt heute China die ewige Bestenliste an, mit ebenfalls 22 Titeln - dicht gefolgt von Japan, das den Pokal bislang achtmal gewinnen konnte.
Warum beide Pokale bis heute Bestand haben
Dass Swaythling Cup und Corbillon Cup auch fast ein Jahrhundert nach ihrer Stiftung noch immer die zentralen Trophäen der Mannschafts-WM sind, liegt vor allem an ihrer engen historischen Verankerung im Reglement des Weltverbands. Anders als viele andere Sportarten, die ihre Mannschaftswettbewerbe im Lauf der Zeit umbenannt oder mit neuen Pokalen versehen haben, hat der internationale Tischtennissport bewusst an den ursprünglichen Namen und Trophäen festgehalten. Für Fans bedeutet das eine seltene Kontinuität: Wer heute über eine gewonnene Mannschafts-WM spricht, bezieht sich auf denselben Pokal, um den bereits die allerersten Teams der 1920er und 1930er Jahre gespielt haben.
Für den deutschen Tischtennissport hat besonders der Corbillon Cup einen besonderen Stellenwert, da der allererste Titel überhaupt an eine deutsche Mannschaft ging - eine historische Randnotiz, die im Schatten der heutigen chinesischen Dominanz oft übersehen wird, aber bei jeder Rückschau auf die deutsche Tischtennisgeschichte ihren festen Platz hat.
Bei der modernen Mannschafts-WM messen sich heute deutlich mehr Nationen um beide Pokale als in den Gründungsjahren, in denen vor allem europäische Verbände am Start waren. Die Teilnehmerfelder sind über die Jahrzehnte spürbar gewachsen, und asiatische Nationen haben sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend an die Spitze beider Wertungen gesetzt. Trotzdem bleibt der Reiz der Mannschafts-WM für viele Fans genau in diesem Spannungsbogen zwischen jahrzehntealter Tradition und aktuellem Spitzensport erhalten - ein Pokal, der seit fast einem Jahrhundert vergeben wird, aber jedes Mal neu erkämpft werden muss.
Olympische Spiele - seit 1988
Seit den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gehört Tischtennis zum festen Programm. Die Aufnahme in die olympische Familie war ein Meilenstein für die weltweite Anerkennung des Sports. Neben den Einzelwettbewerben wurden später auch Mannschaftswettbewerbe ins Programm aufgenommen.
Für viele Spielerinnen und Spieler ist eine olympische Medaille die höchste Auszeichnung im Sport. Deutsche Athleten haben bei Olympischen Spielen mehrfach Medaillen im Tischtennis gewonnen und damit den hohen Stellenwert des deutschen Tischtennissports unterstrichen.
Europameisterschaften
Die Tischtennis-Europameisterschaften werden von der European Table Tennis Union (ETTU) organisiert und zählen zu den wichtigsten kontinentalen Wettbewerben. Deutsche Spielerinnen und Spieler gehören traditionell zu den stärksten Teilnehmern und haben zahlreiche Titel gesammelt.
Die EM findet regelmäßig statt und umfasst Einzel-, Doppel- und Mannschaftswettbewerbe. Sie dient gleichzeitig als wichtiges Qualifikationsturnier für andere große Events und bietet jungen Talenten eine Bühne auf internationalem Niveau.
Qualifikation und Preisgelder
Die Qualifikation für internationale Turniere erfolgt über verschiedene Wege. Die Weltrangliste spielt dabei die zentrale Rolle - je höher ein Spieler oder eine Spielerin platziert ist, desto mehr Turniere werden direkt zugänglich. Zusätzlich gibt es kontinentale Qualifikationswege und nationale Nominierungen durch die jeweiligen Verbände.
Die Preisgelder im Tischtennis sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. WTT Champions Events bieten die höchsten Preisgeldpools, gefolgt von den Star Contender und Contender Events. Auch bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen werden attraktive Prämien ausgeschüttet. Für viele Spielerinnen und Spieler in Vereinen sind regionale und nationale Turniere der Einstieg in eine professionelle Karriere.
Wie Punkte vergeben und berechnet werden, erklärt der Beitrag zur Tischtennis-Weltrangliste.