Duda/Qiu stellen Rekord von Roßkopf/Fetzner ein

Doppel-Titel auch für Franziska Schreiner/Tobias Hippler und Sabine Winter/Laura Tiefenbrunner

Nach den Triumphen von Nina Mittelham und Benedikt Duda im Einzel sind nun auch die drei Doppel-Titel vergeben. Bei den 89. Deutschen Meisterschaften in Bremen stellten Duda und Dang Qiu den Rekord von vier Siegen in Folge ein, den 30 Jahre lang das Duo Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner alleine inne hatte. Im Damen-Doppel hatte das bayerische Duo Sabine Winter/Laura Tiefenbrunner die Nase vorne, im Mixed holten sich Franziska Schreiner und Tobias Hippler ihren erste gemeinsame Meisterschaft.

Duda/Qiu stellen Rekord von Rossi und Speedy ein

Der letzte vergebene Titel war der zuvor am meisten erwartete: Im Endspiel des Herren-Doppels sicherten sich der frischgebackene Einzel-Meister Benedikt Duda und der Düsseldorfer Dang Qiu mit einem 3:0-Erfolg über die Abwehr-Angriff-Konbination Ruwen Filus/Steffen Mengel zum vierten Mal in Folge den Titel. Es ist gleichzeitig die Einstellung eines 30 Jahre lang währenden Rekords. Von 1988 bis 1991 hatten ohne Unterbrechung Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner, die Doppel-Weltmeister von 1989, die Konkurrenz in Deutschland nach Belieben beherrscht.

Penholder-Ass Dang Qiu kündigte nach dem Finale an, den alleinigen Rekord in Angriff nehmen zu wollen: „Eines steht jedenfalls fest: Benne und ich werden auch die nächsten Jahre wieder antreten und es natürlich versuchen. Mal schauen, ob und wie lange wir es hinbekommen.“ Mit der Leistung des Duos war die Nummer 51, die im Einzel in Runde zwei überraschend dem 18 Jahre alten Jugend-Europameister Kay Stumper unterlag, sehr zufrieden: „Wir haben das gesamte Turnier über sehr stark und konstant gespielt, haben keinen Satz abgegeben. Die Leistung im Finale war unsere beste bei dieser DM. Besser konnte es kaum laufen.“

Auf Wolke sieben schwebte Benedikt Duda: „Nach dem Einzeltitel auch im Doppel Deutscher Meister zu werden, ist ein super Gefühl. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und sind uns immer sicherer geworden. Die Niederlage im letzten Jahr im Einzel-Finale hatte sehr geschmerzt. Daher ist es umso erfreulicher, in Bremen jetzt bei beide Titel gewonnen zu haben.“

Sechster Doppel-Sieg für Sabine Winter, erster für Laura Tiefenbrunner

Im Damen-Doppel heißen die neuen Deutschen Meisterinnen Sabine Winter und Laura Tiefenbrunner. Das bayerische Duo aus Schwabhausen und Kolbermoor setzte sich im Finale mit 3:0 gegen die Routiniers Tanja Krämer und Jessica Göbel (Langstadt/Berlin) durch, die mit einem überraschenden Erfolg über die Ex-Europameisterinnen Nina Mittelham/Kristin Lang in das Endspiel eingezogen waren, während die Bayerinnen die Jugend-EM-Dritten Anastasia Bondareva/Sophia Klee in Schach gehalten hatte.

Für die 28 Jahre alte Sabine Winter war es bereits der sechste nationale Meistertitel im Doppel-Wettbewerb seit dem Jahr 2010. Dass die Europameisterin im Doppel von 2013 und 2016 ihre sechs Sieg mit fünf verschiedenen Partnerinnen erreichte, spricht für die außergewöhnlichen Qualitäten Winters. Für die 9 Jahre jüngere Laura Tiefenbrunner, Goldmedaillengewinnerin mit der DTTB-Mädchenauswahl bei der Jugend-EM 2019, war es der erste nationale Damen-Titel. Das sympathische Duo strahlte unisono über den Gewinn der Meisterschaft: „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung bei der DM. Im Finale haben wir uns von Satz zu Satz gesteigert. Die Deutschen Meisterschaften zusammenzuspielen hat uns sehr viel Spaß gemacht. Wir freuen uns sehr über den Titel.“

Das unterlegene Duo Krämer/Göbel erkannte die Überlegenheit ihrer Gegnerinnen neidlos an. „Glückwunsch an Sabine und Laura. Die zwei waren heute ganz klar besser. Unsere gute Leistung aus dem Halbfinale konnten wir heute leider nicht abrufen. Unsre Gegner haben aber auch keine einfachen Fehler zugelassen. Aber Unser Ziel war eine Medaille. Mit Platz zwei haben wir das ja auch erreicht, auch wenn man natürlich gerne gewinnen möchte, wenn man im Finale steht“, sagte Tanja Krämer, die Deutsche Meisterin im Einzel von 2008.

Erster Titel für das Mixed Franziska Schreiner/Tobias Hippler

Im Mixed-Wettbewerb setzten sich mit der 19 Jahre alten Franziska Schreiner (Langstadt) und dem drei Jahre älteren Tobias Hippler (Köln) zwei vielversprechende junge Athleten durch, die im gesamten Turnier ohne Satzverlust blieben. Der finale Sieg über Katharina Michajlova (Staffel) und Erik Bottroff (Dortmund) war der erste gemeinsame nationale Titelgewinn für das Duo, die zuletzt auch bei internationalen Turnieren Erfolge eingespielt hatten: Hippler beim Gewinn des Doppel-Titels (mit Kilian Ort) beim WTT Contender in Budapest, Schreiner eine Woche später mit dem U21-Einzelerfolg bei den Czech Open in Olmütz.

Den Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Mixed stuften beide als etwas Besonderes in ihrer jungen Karriere ein. Tobias Hippler sagte nach dem Finale: „Es ist mein erster nationaler Titel im Erwachsenenbereich, das ist schon etwas ganz Großes. Der Titel heute und der Erfolg von Budapest haben mein Selbstvertrauen als Doppelspieler schon sehr gestärkt. Es war eine Ehre, mit Franzi zu spielen. Wir wussten, dass wir eine Chance haben, und es hat geklappt.“ Franziska Schreiner ergänzte: „Auch für mich ist der Titelgewinn sehr wertvoll. Jetzt darf ich mich sogar zweifache Deutsche Meisterin nennen, denn ich hatte ja im Damen-Doppel vor zwei Jahren mit Nina Mittelham ebenfalls Gold geholt. Wir werden heute noch nach Düsseldorf fahren und coronagerecht ein wenig zusammen feiern.“

Die Ergebnisse aller Final- und Halbfinalspiele

Finale Herren-Einzel
Benedikt Duda (Bergneustadt) – Bastian Steger (Bad Königshofen) 4:2 (-9,7,-5,7,5,4)
Halbfinale
Benedikt Duda – Fan Bo Meng (Fulda-Maberzell) 4:1 (10,6,9,-10,8)
Bastian Steger – Ruwen Filus (Fulda-Maberzell) 4:3 (6,-9,13,-6,-11,5,5)

Finale Damen-Einzel
Nina Mittelham (Berlin) – Chantal Mantz (Langstadt) 4:2 (-4,12,10,-4,7,9)
Halbfinale
Chantal Mantz – Annett Kaufmann (Böblingen) 4:2 (-9,9,-4,4,11,5)
Nina Mittelham – Sabine Winter (Schwabhausen) 4:3 (6,-11,8,-9,-9,9,9)

Finale Herren-Doppel
Benedikt Duda/Dang Qiu (Bergneustadt/Düsseldorf) – Ruwen Filus/Steffen Mengel (Fulda-Maberzell/Mühlhausen) 3:0 (9,5,11)
Halbfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu – Harmut Lohse/Frederik Spreckelsen (Berlin/Schwarzenbek) 3:0 (7,6,9)
Ruwen Filus/Steffen Mengel – Tobias Hippler/Gianluca Walther (Köln) 3:1 (8,4,-8,11)

Finale Damen-Doppel
Laura Tiefenbrunner/Sabine Winter (Kolbermoor/Schwabhausen) – Jessica Göbel/Tanja Krämer (Langstadt/Berlin) 3:0 (9,4,9)
Halbfinale
Jessica Göbel/Tanja Krämer – Nina Mittelham/Kristin Lang (Berlin/Kolbermoor) 3:0 (8,0,6)
Laura Tiefenbrunner/Sabine Winter – Anastasia Bondareva/Sophia Klee (Bingen/Münster-Sarmsheim/Weinheim) 3:1 (-8,7,9,5)

Finale Mixed
Franziska Schreiner/Tobias Hippler (Langstadt/Köln) – Katharina Michajlova/Erik Bottroff (Staffel/Dortmund) 3:0 (7,7,12)
Halbfinale Mixed (Samstag)
Franziska Schreiner/Tobias Hippler – Kristin Lang/Michael Servaty (Kolbermoor/Buschhausen) 3:0 (8,3,1)
Katharina Michajlova/Erik Bottroff – Anastasia Bondareva/Gianluca Walther (Bingen/Münster-Sarmsheim/Köln) 3:1 (6,7,-8,9