Dritter Titel in Folge für Nina Mittelham

Die Berlinerin besiegt im Finale Chantal Mantz in sechs Sätzen

Die alte und neue Deutsche Meisterin im Damen-Einzel heißt Nina Mittelham. Bei den 89. Titelkämpfen in Bremen triumphierte die Gewinnerin von 2019 und 2020 zum dritten Mal in Folge. Im Finale behielt die 24-Jährige mit 4:2 die Oberhand über ihre ein Jahre ältere Kontrahentin Chantal Mantz.

Chantal Mantz hatte zwar im Endspiel ihre Chancen, verpasste nach Gewinn des ersten Satzes in den Durchgängen zwei und drei allerdings den Ausbau ihres Vorsprungs. Der zwischenzeitliche Ausgleich zum 2:2 änderte nichts mehr am verdienten Erfolg der alten und der neuen Titelträgerin, das erkannte auch die unterlegene Langstädterin neidlos an: „Gratulation an Nina. Es war der erwartete Spielverlauf, mit engen vier Satzausgängen, davon drei zu Ungunsten von mir. Insgesamt kann ich mit dem Verlauf der Deutschen Meisterschaften sehr zufrieden sein. Für meine nächsten Spiele mit dem TSV Langstadt erhoffe ich mir zusätzliche Motivationen aus den Bremer Tagen.“ Nach sechs Sätzen lautete das Ergebnis 4:11, 14:12, 12:10, 4:11, 11:7 und 11:9 für Mittelham gegen die U-21-Europameisterin von 2017, die am Vormittag im Halbfinale den Siegeszug der erst 15 Jahre Schülerinnen-Europameisterin Annett Kaufmann (Böblingen) gestoppt hatte. Mittelham hingegen ließ in der Vorschlussrunde in einem Duell auf des Messers Schneide die Titelhoffnungen ihrer Nationalmannschaftskollegin Sabine Winter platzen.

Nina Mittelham: „So kann es gerne noch ein paar Jahre weitergehen“

Die alten und neuen Meisterin, die vor wenigen Wochen noch als Ergänzungsspielerin des Olympiavierten Deutschland in Tokio war und erst eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften wieder mit dem Training begann, stand die Freue über den Erfolg ins Gesicht geschrieben: „Ich bin megastolz auf den dritten Erfolg in Serie. Es ist immer schwer, bei Deutschen Meisterschaften zu gewinnen, es ist ein langes Turnier. Ich hatte diesmal einen sehr holprigen Start und habe mich von Runde zu Runde gesteigert.“ Mittelham gestand: „Ich brauche bei jedem Turnier ein paar Matches, um mich wohlzufühlen. Mein erstes Einzel hier war es gar nicht so einfach für mich zu Beginn. Gegen meine Erstrundengegnerin Janina Kämmerer tue ich mich immer etwas schwer, dazu bin ich praktisch erst gerade aus dem Urlaub zurückgekommen.“ Im Finale wusste die Weltranglisten-42. genau, was sie erwartet: „Chanti und ich kennen uns sehr gut. Ich wusste, dass es viele lange Ballwechsel gibt und habe versucht, auch die kleinen Punkte zu machen. Dreimal hintereinander Deutsche Meisterin ist jedenfalls toll, so kann es gerne noch ein paar Jahre weitergehen.“ Allerdings wohl eher muss, denn kann, zumindest wenn es nach Mama Manuela geht. Die hatte ihre Tochter mit einem klaren Auftrag nach Bremen geschickt, wie Nina Mittelham lachend erzählt: „Meine Mama hat gesagt, ich soll den Pokal wieder mit nach Hause bringen, damit der Platz nicht unbesetzt bleibt. Das habe ich zum Glück geschafft.“

Fotos: Guido Schiefer